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SBD

Die Schule als Untergangsbühne

Schule eignet sich hervorragend für den Untergang, weil jeder einmal dort war und deshalb niemand mehr nachsehen muss, wie es heute wirklich aussieht.

SBD-Redaktion

Die deutsche Schule steht kurz vor dem Ende. Das ist sie allerdings schon seit vielen Jahrzehnten, was immerhin für eine gewisse Standfestigkeit spricht. Trotzdem muss täglich gewarnt werden.

Besonders beliebt ist die eigene Erinnerung. Früher war mehr Kreide, mehr Ordnung, mehr Gedicht, mehr Strenge und vermutlich auch mehr Pausenbrot aus ehrlichem Mehl. Daraus lässt sich ohne großen Aufwand ein Bildungskonzept bauen, jedenfalls solange keine aktuellen Kinder, Lehrer oder Lehrpläne dazwischenreden.

Die SBD empfiehlt, Klassenzimmer künftig als Erinnerungsorte auszuweisen. Vorne steht die Tafel von damals, hinten sitzt die Gegenwart und stört. Wer eine schlechte Note bekommen hat, darf später trotzdem erklären, wie Leistung wieder richtig gemessen wird.

Bleibt die Frage, ob früher wirklich alles besser war. Wahrscheinlich nicht. Aber es war früher, und das reicht in vielen Fällen für eine Drei plus.

SBD-Vermerk: Nostalgie als Lehrkraft eingestellt. Fachliche Eignung unklar, Auftreten streng.